Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Todestages von Heinrich Heine sollen Mascha Kalêko und Erich Kästner eher zufällig aufeinandergetroffen sein. Laut Zeitzeugen versicherten sie sich dabei ihrer Sympathie und eine gewisse poetische Verwandtschaft. Die heutige Gegenüberstellung ihrer Texte offenbart viele Parallelen, in ihrer Zeitkritik, aber auch in den Blicken in die Abgründe unserer Existenz. Erich Kästner sah selbst mit an, wie Nazis 1933 auf dem Berliner Opernplatz seine Bücher verbrannten, Mascha Kalêko emigrierte 1938 als Jüdin mit ihrer Familie in die USA. Susanne Buchenberger und Martin Wacker spüren der Geistesverwandschaft der ebenso augenzwinkernden wie zutiefst melancholischen literarischen Persönlichkeiten nach.