Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 03.2025
Theater, Comedy, Show Theater und Show

 

Kontrastreicher März im Kammertheater

Bild - Kontrastreicher März im Kammertheater
Mit zwei Premieren wird die Karlsruher Privatbühne zwar durchweg ihrem Slogan "Kammer machen - Kammer lachen" gerecht, ansonsten aber könnten die Unterschiede der beiden Produktionen kaum größer sein. Entweder knackige Männerkörper in Wellen, Sturm und steifen Brisen oder Tourette-Syndrom, Zählzwang und andere psychische Defekte. Hie ein Ensemble drei attraktiver Musicaldarsteller, die Hits der Meere, wie „Wellerman“ oder „Beyond the Sea“ anstimmen und dazu noch spielen, tanzen und steppen, da eine Schauspielertruppe, die in ihrem mackenreichen Spiel vom fernsehbekannten Karsten Speck (Ein Kessel Buntes, Traumschiff, Die Spreewaldklinik) angeführt wird.

Die Matrosenshow > Aus Hamburg kommt die Produktion, die mit einem Mythos spielt: Matrosen – das ist ein Wort, bei dem die Fantasie keine Grenzen kennt, ist Versprechen, Verführung, Sehnsucht. Matrosen sind das Gewürz für unsere Träume: Scharf wie Chili, herb wie Wacholder und bitter-süß wie Schokolade. So weckt die musikalische Show, die von der Shownummer über den coolen Strip bis zur Sehnsuchtsballade keine Wünsche offen lässt, Fernweh und Lebenshunger, Leidenschaft und Meeresglück. „Alle die den Zickenzirkus gemocht haben, werden auch bei den Matrosen auf ihre Kosten kommen", so Kammertheater-Intendant William Danne über das Stück, das auch im Süden seinen maritimen Charme nicht verfehlen sollte.
-> Ab 13. März 2025, K2, Kreuzstraße 29, Karlsruhe

Toc Toc (Foto) > Darf man sich über menschliche Macken und psychische Defekte lustig machen? Eine berechtigte Frage, denn, was in der Komödie von Laurent Baffie auf die Bühne kommt, gehört eigentlich in die ärztliche Praxis. Dort, genauer gesagt im Wartezimmer, treffen sich fünf Patienten, die unterschiedliche Zwangsstörungen aufweisen. Weil ihr Psychotherapeut am Flughafen aufgehalten wird, müssen sie sich notgedrungen die Zeit vertreiben. Fred leidet am Tourette-Syndrom und stößt meist im unpassendsten Moment Flüche aus, Vincent zählt und berechnet alles, Blanche hat panische Angst vor Keimen, Marie leidet unter Kontrollzwang und Lilli muss jeden Satz zweimal sagen. Im Vorzimmer schlittert die Gruppe in eine selbst gebastelte Gruppentherapie, in der die einzelnen nach und nach die Neurosen der anderen zu akzeptieren lernen. So soll die Inszenierung des ausgebufften Komödienprofis René Heinersdorff ein unterhaltsames und temporeiches Plädoyer für mehr Nachsicht mit den Eigenheiten der anderen sein und Anstoß geben, die eigenen Befindlichkeiten vielleicht nicht allzu ernst zu nehmen.
-> Ab 14. März 2025, K1, Herrenstraße 30/32