Im schiitisch regierten Iran gibt es eine Institution, die in allen anderen islamischen Ländern abgelehnt wird: die Zeitehe. Für nur 30 Minuten, aber auch für mehrere Jahre darf ein verheirateter Mann ganz legal Ehen mit einer Zweit-, Drittfrau oder gar Viertfrau schließen. Kinder, die in solchen Zeitehen entstehen, müssen von ihrem Erzeuger nicht anerkannt werden und erhalten keine Geburtsurkunde, dürfen nicht zur Schule gehen und erhalten keine medizinische Versorgung. Sie existieren einfach nicht. Doch Nilas Mutter Leyla kämpft seit Jahren darum, dass Nila als Tochter ihres Vaters anerkannt wird und zur Schule gehen kann. Dafür nimmt sie alle Anfeindungen, bürokratische Hürden und gesellschaftliche Ausgrenzung in Kauf. Damit Nila später einmal alle Träume, die sie hat, auch leben kann. „Ich bin in Maschhad geboren und habe bis zu meinem 18. Lebensjahr dort gelebt. Leyla Biouk war eine Mitschülerin “, sagt die deutsch-iranische Regisseurin Niloufar Taghizadeh. „Was mich an Leyla und Nilas Geschichte beschäftigt ist, dass ein großer Teil der Gesellschaft und auch das Gesetz in Iran immer die Frau als schuldig empfindet.“ Der in großen Teilen heimlich gedrehte Dokumentarfilm ist ein realistisches Zeugnis der aktuellen Situation für Frauen im Iran. Niloufar Taghizadeh wird bei der Premiere anwesend sein.
Di 04. März 2025 um 18:30 Uhr
Schauburg, Marienstr. 16, Karlsruhe