Seit 60 Jahren ist John Cale so etwas wie der kreative Motor der Pop-Avantgarde. Die bahnbrechenden Drones seiner „Sun Blindness Music“, seiner frühen Aufnahmen der 60er, die 2001 gesammelt veröffentlicht wurden, ebneten den Weg zu The Velvet Underground. Der wilde Rock seiner Alben „Fear“ und „Slow Dazzle“, ganz zu schweigen von seinen Produktionen mit Patti Smith und den Stooges, prägten ein halbes Jahrhundert lang Punk, Post-Punk und Art-Rock. Seine avantgardistische Begeisterung wechselte mit stolzer Rastlosigkeit zwischen ekstatischer Klassik und ungebundenem Rock, zwischen klassischem Songhandwerk und elektronischer Neuinterpretation. Sein aktuelles Album „POPtical Illusion“ zeigt einen Künstler, der auch mit 82 Jahren noch Freude am Experiment verspürt und sich der Zukunft zuwendet, anstatt in der Vergangenheit zu schwelgen.